Alltagsgeschichten, Motivation
Gehörst du zu denen, die zum neuen Jahr gute Vorsätze gefasst haben? Ist „Weniger Alkohol trinken“ einer davon? Willst du für einen begrenzten Zeitraum nichts Alkoholisches konsumieren? Soll es einfach generell ein bisschen weniger sein? Oder hast du vor, für immer und ewig abzuschwören? Was auch immer dein Beweggrund ist, du bist in bester Gesellschaft.
Hier im Vereinigten Königreich hat sich Emily Robinson von Alcohol Change UK im Jahr 2012 überlegt, einen Monat auf Alkohol zu verzichten, um fitter und gesünder zu werden, bevor sie ihren ersten Halbmarathon angeht. Emily war begeistert von dem Ergebnis: sie schlief besser, hatte mehr Energie und hat auch noch Geld gespart! Sie konnte ihre Kollegen inspirieren, mitzumachen und so wurde 2013 die Idee des Trockenen Januars geboren. Mittlerweile ist es zu einem Trend herangewachsen und weit über die britischen Grenzen hinaus bekannt. In den sozialen Medien werden Tipps und Tricks verraten, es wird vor möglichen Gefahren gewarnt und Jung und Alt berichten über ihre Erfahrungen. Auch die Wirtschaft reagiert – im wahrsten Sinne des Wortes – auf das sich ändernde Konsumverhalten: Kneipenbesitzer ordern weit weniger Bier oder locken ihre Kunden im Januar mit deutlichen Preissenkungen fürs flüssige Brot an die Theke. Supermarktketten wiederum reagieren mit kräftigen Preiserhöhungen für nicht-alkoholische Getränke und alkoholfreie Biere.
Ich vermute, dass es nach zwei Wochen Abstinenz für manch einen bald ans Eingemachte gehen und die zweite Hälfte zu einer langen Durststrecke werden wird. Andere fragen sich vielleicht, warum sie das nicht schon eher mal gemacht haben. Und ein paar werden dabeibleiben und auch zukünftig auf Alkohol verzichten, weil sie einfach nichts vermissen. Die englische Sprache hat dafür den charmanten Begriff des teetotallers, was sich in meinen Ohren nicht so spaßbefreit und dröge anhört wie Abstinenzler.
Hier ein paar Tipps zum Durchhalten:
- Nimm´ Mineralwasser statt Sekt zum Anstoßen. Das prickelt auch.
- Sei mit Freunden unterwegs, die ohne Alkohol lustig sind.
- An alle rheinischen Jecken: Geht früh an Weiberfastnacht los, bevor alle anderen ihren Pegel erreicht haben und verabschiedet euch rechtzeitig.
- Fürs Oktoberfest: Da habe ich keinen Tipp, denn da bin ich tatsächlich noch nie gewesen.
- Entsorge alle alkoholischen Getränke, die du bei dir findest: Verkaufe sie (ja, auch dafür gibt es spezielle Auktionen) spende sie, verschenke sie oder kippe sie in den Ausguss.
- Denk´ an den Spruch: Wer abends nicht säuft, der braucht am nächsten Morgen kein Katerfrühstück.
Cheers!
Neuigkeiten
Ich wünsche dir ein ausgeglichenes, frohes und gesegnetes Jahr 2024!
Wie bist du ins neue Jahr gekommen? Bei mir hat es sehr ruhig angefangen, denn ich bekam einen Tag vor Silvester Fieber und habe, anstatt mit Freunden zu feiern, auf der Couch gelegen. So ist das mit Plänen: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Das könnte auch mein Jahresmotto für 2024 sein, wenn ich diesem Jahr denn ein Motto geben möchte.
Im Englischen gibt es einen Spruch: If you fail to plan, you plan to fail. Wenn du es versäumst zu planen, dann planst du zu scheitern. Da ist viel dran. Es hat mir schon oft geholfen, einen Plan zu machen, ihn aufzuschreiben und mich – ganz wichtig! – an diesen Plan zu halten. Ich bekomme die Sachen aus dem Kopf, kann Schritt für Schritt vorwärtsgehen, kann nachschauen, was ansteht, gerade wenn ich absolut keine Lust habe und total unmotiviert bin, etwas Unvorhergesehenes geschieht, was andauernd der Fall zu sein scheint, ich aufgewühlt oder durcheinander bin. Und sei es nur, weil ich schlecht geschlafen habe. Dann ist der Plan mein Grundgerüst, an dem ich mich entlanghangeln kann und zu meinem Ziel komme.
Gleichzeitig ist es so wichtig, anpassungsfähig zu sein, offen zu bleiben und das zu akzeptieren, was gerade ist, wenn sich Pläne nicht, noch nicht oder nicht ganz umsetzen lassen. Was bringt es denn, rigide an etwas festzuhalten? Vieles liegt sowieso nicht in unserem Einflussbereich. Das Leben passiert. Und Pläne können jederzeit und müssen oft geändert werden. Kleine Pläne, größere Pläne, sogar Lebenspläne. Manche Ereignisse sind freudige und manche sehr traurige Ereignisse. Wer hätte z.B. gedacht, dass ich 2022 mit meiner Familie nach England ziehen würden? Hier angekommen brauchten wir viel Flexibilität, denn wir fanden nicht alles so vor, wie gedacht. Viele Dinge waren auch so neu, dass wir gar keine Pläne hätten machen können. Es musste sich alles erst entwickeln. Das hat es und ich kann sagen: Es ist so viel Gutes dabei!
Es kommt auf die Balance an: Ein Grundgerüst gibt die nötige Stabilität, Offenheit und Flexibilität machen das Leben lebendig und lassen Raum für etwas viel Größeres jenseits der eigenen Pläne.
Das vergangene Jahr war für mich ein sehr intensives Jahr, ich war viel unterwegs und aktiv. Jetzt steht es an, alles zu verdauen, zu sortieren und tiefer aufzunehmen. Insofern kann ich den ruhigen Tagen auf dem Sofa um den Jahreswechsel eine Menge abgewinnen. Ich nehme es als Geschenk und Richtungsanzeiger dafür, dass ich es in diesem Jahr ruhiger angehen lassen kann.
Wo stehst du gerade? In welcher Phase befindest du dich? Ist es dran, Sachen aktiv voranzubringen oder hast du alles getan und kannst dich jetzt eine Weile zurücklehnen und die Dinge reifen lassen? Und wie schaffst du es, die Balance zu halten?
Ich freue mich, von deinen Erfahrungen, Plänen und Vorhaben zu hören!
Herzlichst,
deine Wiltrud
Impuls
Im Wesentlichen kommt man zur Ruhe. Denn das Wesentliche erfüllt.
Je mehr wir vom Wesentlichen abweichen, desto unruhiger werden
wir, desto zerstreuter und desto verwirrter. Daher können wir an
unserem Erleben ablesen, inwieweit wir uns von ihm entfernt haben.
Wenn wir am Wesentlichen sind, spüren wir, dass es vorwärts geht,
dass etwas ans Ziel kommt, und zwar so, dass sich dort etwas
Wesentliches entwickelt.
Das Wesentliche ist vielen und vielem gemeinsam. Daher lassen wir
beim Wesentlichen das Einzelne, Enge, Begierige, Maßlose hinter uns,
sind eingebunden, verfügbar ausgreifend und zugewandt.
Das Wesentliche – anders als das Unwesentliche – dauert, und weil es
ruhig und gelassen sein kann, ist es am Anfang oft unscheinbar. Aber
es ist beharrend. Und es ist wohltuend und wird im Lauf der Zeit von
vielem mitgetragen.
Wann kommt man zum Wesentlichen? Vor allem durch das Innehalten.
Denn es zeigt sich nicht sofort, sondern erst zur rechten Zeit.
Manchmal, wenn wir vom Wesentlichen abgewichen sind, kann es
lange dauern, bis wir wieder zu ihm finden. Denn das Wesentliche verlangt
auch Abschied.
Bert Hellinger
Ausmisten
Du hast dir fest vorgenommen auszumisten, dir Zeit freigeschaufelt und einen Termin mit dir vereinbart, hast alles vorbereitet, die Müllsäcke und Kartons liegen bereit. Du legst los und dann kommen dir am laufenden Band Sprüche wie diese in den Sinn:
Das ist doch noch gut!
Das kann man doch noch gebrauchen!
Vielleicht brauche ich das ja noch mal!?
Was, wenn ich das jetzt wegwerfe und dann noch mal nachkaufen muss?!
Ich will nicht verschwenderisch sein!
Andere wären froh, wenn sie das hätten!
Dahin ist der schöne Schwung, du wirst unsicher, kommst nicht weiter und möchtest im schlimmsten Fall alles hinschmeißen.
Was steckt hinter diesen Gedanken, die einem ganz schön im Weg herumstehen können, das Ausmisten blockieren und selbst erst einmal ausgemistet werden wollen? Hast du eine Ahnung?
Vielleicht ist ja deine Moraltante unbemerkt zu Besuch gekommen, hat es sich auf deinem Sofa gemütlich gemacht, quasselt ununterbrochen, verbreitet ihre altbekannten Sprüche in Dauerschleife und macht überhaupt keine Anstalten zu gehen. Wenn das der Fall ist, halte inne und befasse dich ein wenig mit ihr. Denn das Ausmisten bringt ja in diesem Moment eh nichts; du wirst nur abgelenkt. Aber bitte biete ihr keinen Kaffee an, dann bleibt sie ja noch länger! Sage ihr, dass du es zu schätzen weißt, dass sie sich so sorgt, dass du aber ab jetzt alleine weitermachen wirst und komplimentiere sie höflich und bestimmt zur Tür hinaus. Und bleibe standhaft, wenn sie wieder anklopft und Einlass begehrt. Auch wenn sie es durch die Hintertüre versucht! Sie kann sehr hartnäckig sein! Höre nicht auf sie! Mache dir stattdessen nochmal genau klar, warum du ausmisten möchtest und was dein Ziel ist. Behalte das im Auge. Es geht nicht um Moral, sondern einfach darum, ob du die Dinge benutzt, die sich bei dir aufhalten, ob du sie magst, ob du genug Platz für sie hast und sie ihren Platz haben. Wenn ja, schön. Wenn nein, können sie weiterziehen. Eigentlich ganz einfach.
Denn was ist schon dabei, wenn man mal verschwenderisch ist? Wenn man mal etwas wegwirft, was man dann noch einmal nachkaufen muss? Wenn man auch im Eifer des Gefechts etwas weitergibt, das man später doch noch gerne behalten hätte? Ich rede hier natürlich nicht von wichtigen Dokumenten, vielmehr von Haushaltsgegenständen, Büchern, Kleidung, uralten (Liebes-)Briefen und dergleichen. Du wirst immer eine Lösung finden und klarkommen. Und vielleicht ergeben sich gerade so noch viel bessere Alternativen. Vertraue dir!
Motivation, Tipps und Tricks
Vor zwei Wochen war ich etwas lustlos und träge und kam nicht so richtig in Schwung was die Hausarbeit angeht. Es war die erste volle Schul- und Arbeitswoche nach den Ferien, ich hatte erst wenige Termine und daher gab es keinen vorgegebenen äußeren Rahmen. Die Tage lagen zur freien Einteilung vor mir.
Nun ist bei uns ja alles soweit an seinem Platz, die Abläufe sind eingespielt und die Sachen, die wir nach den Weihnachtsferien aus Deutschland mitgebracht hatten, haben hier sehr schnell ihr neues Zuhause gefunden. Es gab nichts zu sortieren oder auszumisten. Doch war das Haus in der Zwischenzeit schon ein bisschen staubig geworden und es fühlte sich alles nicht mehr so richtig frisch und duftig an.
Nachdem ich also die wichtigsten Sachen am Schreibtisch erledigt hatte, die Ablage aufgearbeitet war und jeder Bleistift angespitzt, gab es keine Ausrede mehr. Ich habe mir als erstes den Staubsauger geschnappt und dazu eine Stoppuhr eingestellt. Denn obwohl ich wusste, dass es nicht lange dauert, das Haus zu saugen, wollte ich jetzt doch wissen, wie viele Minuten es genau sind. Und siehe da: es sind zehn bis 15 Minuten, je nachdem, ob mit oder ohne Wohnzimmer. Und 20 bis 25 Minuten, wenn ich es gründlicher mache. Ok, jetzt weiß ich Bescheid.
Raus aus dem Kopf
Geht es dir manchmal genauso und du hast keine Lust, Sachen anzugehen und mit einer Aufgabe zu beginnen, weil es dir so erscheint, als würde sie ewig dauern? Oder du schiebst sie vor dir her, auch wenn (oder gerade weil!) sonst nichts ansteht? Dann nimm´ dir eine Stoppuhr und schaue, wie es sich tatsächlich verhält. Mach´ den Reality Check!
Wie lange brauchst du, um
- das Bett zu machen
- die Spülmaschine auszuräumen
- den Müll rauszubringen
- ein Waschbecken zu putzen
- die Wäsche zu sortieren
- deine Lieblingsschuhe zu putzen
- die Küche zu fegen
- eine Bluse zu bügeln
- den Rasen zu mähen
etc., etc., etc.
Die Liste lässt sich beliebig erweitern und ist natürlich nicht auf Arbeiten im und ums Haus beschränkt. Du kannst alles einem zeitlichen Reality Check unterziehen – jede Aufgabe und besonders die Aufgaben, die in deiner Vorstellung ein enormes Ausmaß annehmen. Dadurch schrumpfen sie ganz schnell und einfach wieder auf ein überschaubares Maß.
Notiere dir die Zeiten und plane auf dieser Grundlage deinen Tag, deine Woche und deinen Monat realistischer.
Mein Tipp: Wenn du wirklich schauen möchtest, wie stark deine Vorstellung von der Realität abweicht, schätze die Zeit vorher und vergleiche sie dann mit den tatsächlichen Zahlen. Bist du überrascht?
Schätze deine Zeit wert
Genauso gewinnst du mit einem Reality Check einen Überblick darüber, wo die Zeit geblieben ist und was du alles gemacht hast am Tag. Denn so wie du das Ausmaß aufbauschen kannst, kannst du es auch kleinreden und sagen: Ach, das bisschen Staubwischen; ach, das bisschen Spülen, ach das bisschen Einkaufen; das mache ich noch mal eben gerade, das ist ja jetzt nichts Weltbewegendes. Das mag sein. In der Summe addiert es sich und du wunderst dich vielleicht, warum du erschöpft bist.
Realistisches Zeitgefühl entwickeln
Mit ein bisschen Übung bekommst du ein gutes Gefühl dafür, wieviel Zeit du für welche Aufgabe in welcher Qualität benötigst. Entscheide, wie und wofür du dir Zeit einteilst. Was ist dir wichtig? Wofür möchtest du Zeit haben?