Allgemein
Ich reise sehr gerne. Auch wenn ich grundsätzlich nervös bin, wenn ich eine Flugreise gebucht habe und quasi immer wieder zum ersten Mal fliege. Frag meine Familie. Das gilt aber nur solange, bis ich durch die Security und durch die Passkontrollen durch bin. Danach bin ich völlig entspannt und kann ganz geduldig warten. Denn dann kann ja nichts mehr passieren. Außer Mann(!) ist wirklich knapp dran und will mit einer Billigfluglinie los. Aber das ist eine andere Geschichte …
Also: Ich bin durchaus schon das eine oder andere Mal gereist und habe so meine Erfahrungen gemacht. Ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft. Was bei jeder Reise dazu gehört, ist das Packen. Ich bin am liebsten minimalistisch unterwegs und bin mittlerweile zum Profi geworden. Das war nicht immer so. Meine erste Erinnerung ans Selberpacken fängt mit einer sehr traurigen Geschichte an.
D.h. mit maximal einem kleinen Handgepäckskoffer, der mit in die Flugzeugkabine darf. In unserem VW-Bus haben wir an jeder Seite eine Koffertaschen mit zwei Fächern, die erstaunlich viel Platz bieten und in die Fenster geklemmt werden. So sind die Sachen fein aus dem Weg. Aber dennoch ist der Platz begrenzt.
Ich war nicht immer ein Profi und habe schon viel Stress gehat beim Packen.
Im Laufe der Zeit habe ich viel gelernt. Durch eigene Erfahrungen, aber auch durch meinen Mann. Der hatte die Welt nur mit einem kleinen Rucksack bereist und war beruflich ständig unterwegs. Da saß jeder Handgriff und jedes Teil hatte seinen Platz in seinem Koffer. Ich frage heute ihn heute noch meistens bevor wir packen. Und wer den den ultimativen Reiseprofi sehen will, der schaut sich am besten „Up in the air“ an. George Clooney spielt darin
Danch muss man nicht mehr viel erklären. So geht´s.
Alltagsgeschichten, Impuls
Mein Mann und ich haben diesen Sommer keine Reise geplant. Die Kinder sind selbständig unterwegs und wir waren im Juni mit dem VW Bus ein paar Tage in Südholland an der Küste. Dennoch ist das Thema „Koffer packen“ für mich ganz aktuell, helfe ich doch dem Nachwuchs bei den Reisevorbereitungen.
Kennst du noch das Merkspiel: Ich packe meinen Koffer und nehme mit … ? Reihum denkt man sich einen Gegenstand aus, der in den Koffer soll und der Nächste, der an der Reihe ist, muss alle Gegenstände wiederholen und fügt dann einen neuen hinzu. Wer sich die Sachen richtig merken kann, hat gewonnen. Ein simples Spiel, das man immer und überall spielen kann und das meistens sofort gute Laune bringt.
Das Alltagspackspiel
Ich habe dieses Spiel schon oft im Alltag gespielt und schon viele Koffer gepackt. Die erste Frage, die ich mir stelle, bevor ich überhaupt anfange zu überlegen, was ich einpacke, ist: Wo soll die Reise denn hingehen und wie lange bin ich unterwegs? In die Berge, ans Meer, zu einem 3-wöchigen Praktikum auf einen Bauernhof, etc.? Es folgen: Wie ist das Wetter? Kann ich zwischendurch waschen? Kann ich notfalls vor Ort Sachen kaufen? Ist es eine Flugreise, fahre ich mit dem Auto, dem Zug oder gehe ich wandern? Übernachte ich im Zelt, im Hotel, in einer Ferienwohnung? Brauche ich Kleidung für verschiedene Anlässe? Nehme ich Geschenke mit? Fragen über Fragen, die ich im Vorfeld so gut wie möglich beantworte. Ich lege mir Papier und Stift zurecht und schreibe die Dinge auf meine Packliste, die ich auf keinen Fall vergessen möchte. Damit erhöhe ich auch die Chancen auf gute Laune im Alltagspackspiel deutlich!
Eine andere Packliste
Was mich in letzte Zeit aber noch viel mehr beschäftigt, ist eine ganz andere Packliste: Was käme in meinen Koffer, wenn ich wirklich nur einen einzigen Koffer mitnehmen könnte?
Eine Frage, die sich alte Menschen (oder deren Angehörige) stellen müssen, wenn sie in ein Pflegeheim umziehen, in das sie außer Kleidung und ein paar persönlichen Gegenständen nichts mitbringen können.
Ich finde, es ist eine ganz, ganz wichtige Frage, die ich mir zu jedem Zeitpunkt in meinem Leben stellen kann. Bringt sie mich doch dazu, einmal darüber nachzudenken, was mir wirklich wichtig ist. Und was alles Beiwerk ist. Nettes Beiwerk, schönes Beiwerk, sinnvolles Beiwerk, aber eben nicht essenziell.
Meine persönliche Auswahl
Hier ist meine persönliche Auswahl, wenn ich heute packen müsste:
- Meine gelbe Wolldecke, die wir in England gekauft haben. Sie ist extra groß, aus 100 % Schurwolle, die NICHT kratzt, sie ist warm und umhüllt mich und ich habe immer eine Gefühlt von Geborgenheit.
- Ein kleiner Engel aus Speckstein. Ich habe ihm mal von meiner Kräuterfachfrau nach einen Kurs geschenkt bekommen. Er hat eine ganz freundliche Ausstrahlung, ist klein, nimmt nicht viel Platz weg und ich habe die Zeiten draußen im Wald und auf den Wiesen und im Kräuterstübchen bei Anke immer sehr genossen!
- Eine Wärmflasche müsste unbedingt mit, denn ich brauche Wärme.
- Kamel käme mit! Ein Steiff-Tier, das ich meinem ältesten Sohn geschenkt habe, als er so anderthalb war. Ich bin damals das erste Mal ohne ihn verreist und war 10 Tage weg. Irgendwie hat er dieses Kuscheltier gar nicht so gebraucht und ich habe Kamel im Laufe der Zeit adoptiert. Ich freue mich immer, wenn ich es sehe!
- Ich würde eine Kerze einpacken.
- Ein paar dicke, selbstgestrickte Socken.
- Ein Notizbuch und Stifte.
- Ein paar ausgewählte und hochwertige ätherischer Öle.
- Ein Fotoalbum mit allen wichtigen Stationen meines Lebens und der meiner Kinder hätte ich gerne dabei.
- Von jedem Kind etwas Selbstgebasteltes.
- Ein kleines Schaffellchen.
Das wären die wichtigsten Dinge. Also alles, was mir Wärme und Wohlbehagen bereitet. Wenn dann noch Platz im Koffer wäre, würde ich ihn mit ein paar Büchern auffüllen und meine Kopfhörer einpacken. Und wenn ich noch mehr Platz im Koffer hätte, fielen mir auch noch weitere schöne Dinge ein, über die ich mich freuen würde. Klaro.
Mein Fazit
Das Interessante für mich war, dass ich meine Liste ziemlich schnell zusammengestellt hatte. Und dass ich meine Sachen seither mehr zu schätzen weiß. Selbst die Dinge, die nicht mit auf die Liste gekommen sind. Es ist jetzt klarer für mich, welchen Stellenwert sie haben und warum.
Was würde auf deiner Liste stehen?
Impuls
Das Reiseziel ist nie ein Ort, sondern eine neue Art, die Dinge zu sehen.
One´s destination is never a place, but a new way of seeing things.
Henry Miller